ZAL TechCenter im Dezember 2015, Foto: Martin Kunze

ZAL TechCenter, Foto: Martin Kunze

Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge

Foto: IBA-Dock und BallinStadt aus der Luft

IBA-Energiebunker, Foto: Aufwind

Umgehungsstraße Finkenwerder

Airbus-Werkserweiterung in Finkenwerder

Airbus-Werkserweiterung

Damit das europäische Zukunftsprojekt A380 in Hamburg realisiert werden konnte, meisterte die ReGe Hamburg die größte Industrieerweiterung in der Geschichte der Stadt: Die Vergrößerung des Airbus-Werksgeländes im Mühlenberger Loch und die Verlängerung der Start- und Landebahn. Voraussetzung für alle damit einhergehenden Maßnahmen war die Bewältigung des diffizilen Genehmigungsverfahrens, angesichts der zahlreichen umwelt-, naturschutz-, wasser-, luftverkehrs-, arbeitsschutz-, und immissionsschutzrechtlicher Bestimmungen. In größtenteils schwierigen direkten Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und Pächtern führte die ReGe Hamburg zudem das Flächenmanagement zur Beschaffung der erforderlichen Flächen durch.

Landgewinnung im Mühlenberger Loch (2004)

In direkter Nähe des vorhandenen Airbus-Werks in Finkenwerder standen keine ausreichenden Landflächen zur Verfügung. Für die Vergrößerung des Werksgeländes kam damit nur eine Teilfläche des Mühlenberger Lochs in Betracht. Durch das Auftragen von circa 12 Millionen Kubikmetern Sand konnte eine Fläche von 170 Hektar gewonnen werden – ohne dabei die weichen Sedimente des natürlichen Wattbodens zu verdrängen. Aufgrund der sehr geringen Tragfähigkeit des Schlickbodens war die Umsetzung eine ingenieurtechnische Herausforderung. Zur Stabilisierung des Untergrundes wurden insgesamt 60 000 geotextilummantelte Sandsäulen gesetzt. Auf dieser Basis wurde ein Damm um die zukünftige Werksfläche errichtet, der später zu einem Hochwasserschutzdeich ausgebaut wurde. Innerhalb dieser abgetrennten Fläche wurde der Sand in feinen Schichten eingespült. 

Der vorgegebene sehr enge Zeitrahmen erforderte eine Beschleunigung der nötigen Bodenkonsolidierung, die mithilfe von insgesamt zwei Millionen Vertikaldrains erreicht wurde. Die Hochwasserschutzanlage hat eine Gesamtlänge von 4,5 Kilometer. Zum Fahrwasser der Elbe wurde anstelle des Deiches eine massive Spundwand gesetzt, ein Siel- und Pumpbauwerk zur Entwässerung der neuen Fläche und eine Kaianlage mit Umschlagseinrichtungen für den Seetransport großer Flugzeugteile gebaut. Alle Maßnahmen wurden fristgerecht und unter Einhaltung der Kostenvorgaben und der hohen luftfahrttechnischen Anforderungen im August 2004 fertiggestellt.

Zahlen & Fakten:

Unsere Leistung:Bauherrenseitiges Projektmanagement
Maßnahmen:Neubau, Ausgleichsmaßnahmen
Bedarfsträger:Wirtschaftsbehörde, heute Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Realisierung:Projektierungsgesellschaft Finkenwerder mbH & Co. KG, vertreten durch die ReGe Hamburg
Investitionssumme inkl.
Hochwasserschutz und Ausgleichsmaßnahmen: 
694 Mio. €
Bauzeit:Februar 2001 – Juli 2007
Erste Landung A 380:November 2005
Gewonnene Fläche:170 ha
Volumen eingebrachter Sand:12 Millionen m³
Anzahl der geotextilummantelten Sandsäulen:60.000
Anzahl der Vertikaldrains:2 Mio.
Flächenaufhöhung:+5 m NN
Länge der Hochwasserschutzanlage:4,7 km
Hochwasserschutz:bis zu +9,25 m NN
Länge der Start- und Landebahn Nord:2.684 m
Länge der Start- und Landebahn Süd:3.273 m
Lage:Kreetslag 10, 21129 Hamburg
Bezirk:Mitte

Verlängerung der Airbus-Start- und Landebahn Süd (2007)

Da die Start- und Landebahn in Finkenwerder für den A380 zu kurz war, musste sie um 309 Meter nach Norden und 589 Meter nach Süden verlängert werden. Die Bahn wurde von 45 auf 60 Meter verbreitert und die beiden seitlichen Sicherheitsflächen wurden von 100 auf 150 Meter erweitert. Mit der Verfüllung des Mühlenberger Loches wurde auch die notwendige Fläche für die Verlängerung der Start- und Landebahn nach Norden gewonnen. Daraufhin wurden die wasserseitige Einfahrt zum Rüschkanal und Teile der dortigen Bootsliegeplätze verlegt. Ein Teil des Rüschparks musste deshalb aufgegeben und ein dort bestehender massiver, ehemaliger U-Boot-Bunker in der Planung und Umsetzung beachtet werden. Der erhebliche Geländesprung von circa 25 Metern, von der Oberkante der Piste bis auf den Grund des direkt daneben verlaufenden seeschifftiefen Fahrwassers der Elbe, wurde mit einer Spundwand aus großen Stahlrohren mit gewaltigen Ankern zur Stabilisierung der Wand überwunden. 

Zur Verlängerung nach Süden wurden der dort vorhandene Neß-Hauptdeich und ein Teil des Neuenfelder Hauptdeichs zurückgebaut. Zunächst verlegte man die Hauptdeichlinie auf den neuen Deich um das Erweiterungsgelände Mühlenberger Sand. Als weitere Maßnahme wurde die Verbindungsstraße zwischen Finkenwerder und Cranz in der vorhandenen Trasse aufgegeben und gänzlich neu geplant. Sämtliche Arbeiten wurden unter laufendem Flugbetrieb in kontinuierlicher Abstimmung mit der Flugleitung durchgeführt. Im Juli 2007 wurde die verlängerte Start- und Landebahn an Airbus Deutschland übergeben.

Rüschhalbinsel und -park (2006)

Die Gestaltung der Rüschhalbinsel zeigt wie Gewerbe- und Freizeitnutzung nebeneinander gut existieren können. Der verlorene Teil des Nacherholungsgebiets wurde um einen Park, Promenaden und einen eigenen Elbanleger ergänzt. Für die Anwohner ist 2006 ein Ort der Entspannung und Erholung mit Spielflächen, Aussichtspunkten und Ruheplätzen fertiggestellt wurden.

 

 

Ausgleichsmaßnahmen

Als naturschutzfachlichen Ausgleich für die Verfüllung eines circa 170 Hektar großen Teils des Mühlenberger Lochs wurden Ausgleichsmaßnahmen zwingend notwendig. Das insgesamt 700 Hektar große, aus Süßwasserwatt und Flachwasserbereichen bestehende Ästuargebiet hat einen hohen Schutzstatus als EG-Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und ist Teil des NATURA 2000 Netzwerks. Die verloren gegangenen Funktionen im Naturhaushalt galt es in räumlicher und zeitlicher Nähe zu ersetzten.

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